Info-Brief 2/2020

Mit unserem 2. Info-Brief 2020 möchte der Förderkreis Sie über die Entwicklungen der letzten Monate informieren sowie einen Ausblick auf zukünftige Ereignisse geben. Die Corona-Pandemie ist natürlich nicht spurlos an uns vorüber gegangen. Unzählige Gruppen und Einzelpersonen haben ihre Besuche in Laufersweiler absagen müssen. Die Folgen der Pandemie im pädagogischen und erinnerungspolitischen Bereich sind jetzt noch nicht abzuschätzen. Mit Hilfe finanzieller Unterstützung durch die Landeszentrale für politische Bildung und das Programm LandKULTUR des Bundeslandwirtschaftsministeriums haben wir unsere Aktivitäten in diesem Jahr auf den digitalen Bereich konzentriert.
Als BesucherIn unserer Website können Sie über folgenden Link Zugriff auf diesen Infobrief erhalten: Info-Brief 2/2020
 
Hier ein kleiner Einblick in die dargestellten Projekte:
 
 
Ausstellung "Erwachet aus dem langen Schlafe..."
 
Die Ausstellung „Erwachet aus dem langen Schlafe…“ im Hunsrück-Museum konnte bis Ende 2020 verlängert werden Nach Aussage des Museumsleiters Dr. Schellack hat diese große Resonanz erfahren und wäre in seinem Hause die besucherstärkste gewesen. Die Ausstellung hat auch medial für große Aufmerksamkeit gesorgt: Der SWR hat über ihre Eröffnung berichtet, der Hessische Rundfunk hat einen Beitrag gedreht über Antijudaismus und Antisemitismus und vor allem den sog. „Guten Werner“ in Oberwesel und Bacharach in den Fokus gerückt. In der Ausstellung in Simmern befand sich ab Juni die berühmte Marterstatue als Leihgabe der katholischen Pfarrgemeinde Oberwesel, die zum ersten Male den Weg aus Oberwesel herausgefunden hat.
 
 
 
TV-Aufnahmen
 
Im November und Dezember 2020 besuchte der SWR die ehemalige Synagoge, um einen längeren Beitrag über das Landjudentum zu drehen. Frau Manns und Herr Pies waren drei Tage mit dem Kamerateam in Laufersweiler und in Steinbach am Glan unterwegs. Der Beitrag wird voraussichtlich am 17.1.2021 um 18:45 im SWR 3 TV gezeigt.
 
 
Baumaßnahmen
Seit Jahren waren die Dachfirste und Turmaufsätze an der Ostseite der Synagoge instabil. Nach vielen Gesprächen mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe konnten im Frühjahr und Sommer dieses Jahres die Schäden endlich beseitigt werden. Die Synagoge erstrahlt jetzt wieder in neuem Glanz und wartet auf eine kleine Dankesfeier in Nach-Corona-Zeiten. Allen Firmen, Behörden und Auftraggebern ein herzliches Dankeschön.
 
 
Neue Dauerausstellung
Im Innern der Synagoge hat der Förderkreis den Gedenkraum neu gestaltet. Unser nimmermüdes Mitglied Hans-Werner Johann hat die in die Jahre gekommene Dauerausstellung „Sie gehörten zu uns“ aus dem Jahre 1989 völlig neu gestaltet, auf zeitgemäßen Ausstellungstafeln mit Beleuchtung in Szene gesetzt und dazu ein Begleitheft verfasst. Herr Johann hat ebenfalls den Weg der Begegnung in Kirchberg konzipiert und umgesetzt und eine Broschüre erstellt, die zusätzlich mit QR-Codes auf den Tafeln ergänzt wird.
 
 
 
"Was geht mich das an?!" - Projektfortführung
Das seit 2019 laufende Projekt „Was geht mich das an?“ im Rahmen des Programms LandKULTUR des Bundeslandwirtschafts-ministeriums litt besonders unter den Einschränkungen dieses Jahres. Begegnungen zwischen Christen, Muslimen und Juden waren nur eingeschränkt möglich oder mussten weitgehend abgesagt werden. Corona zum Trotz ist es uns dennoch gelungen, im Oktober ein interreligiöses Treffen mit „Meet a Jew“, einer Initiative des Zentralrates der Juden in Deutschland, zu initiieren. Zwei Jüdinnen standen den VeranstaltungsbesucherInnen Rede und Antwort.
Ebenfalls im Oktober und damit noch vor dem erneuten Lockdown konnte mit Unterstützung des Simmerner Filmemachers Daniel P. Schenk ein bereits lange geplanter Videoworkshop durchgeführt werden. Christliche, jüdische und muslimische Jugendliche stellten sich in Interviews vor und erläuterten ihre religiösen Überzeugungen und Empfindungen. Dazu erlernten sie Aufnahmetechniken und vor allem das mühselige Schneiden eines Filmbeitrages.
 
 
Archivarbeit
Familie Mayer aus Israel findet immer wieder unbekannte Dokumente ihrer Vorfahren. Wir haben ca. 80 Briefe mit alter deutscher Schrift ins Englische übersetzt. Sie stammen überwiegend von Verwandten und Bekannten, die in Laufersweiler oder anderen Orten ausharren mussten und nicht mehr fliehen konnten, während sich ihre Familienangehörigen verzweifelt bemühten, sie aus Deutschland herauszuholen.
 
 
Digitalisierung
In den vergangenen Monaten haben wir uns vermehrt auf die Digitalisierung unseres Objektbestandes und die Weiterentwicklung unserer Erinnerungsarbeit konzentriert. Folgende Aktivitäten wurden aufgenommen und befinden sich in Arbeit.
- In Museum Digital sind jetzt schon viele Exponate des Studienzentrums in Deutsch und Englisch zu erschließen: https://nat.museum-digital.de/index.php?t=listen&instnr=792
- Auf unserer Website wird in Kürze eine digitale Umsetzung der Ausstellung „Erwachet aus dem langen Schlafe...“ mit Texten, Dokumenten sowie Audio- und Filmdokumenten zu sehen sein.
- Gunter Weber aus Krastel hat einen Kurzfilm mit dem Titel „Sie gehörten zu uns – Jüdisches Leben in Laufersweiler“ auf Youtube veröffentlicht: https://www.youtube.com/watch?v=pugUcouKg6w
- Wir arbeiten an der Erstellung digitaler Unterrichtsmaterialien, die wir bald über Videokonferenzen interessierten Klassen oder Gruppen präsentieren können.