19 weitere Stolpersteine in Rhaunen

 

Am 23.2.2014 wurden 19 weitere Stolpersteine zu den schon vorhandenen 29 gelegt. Der sehr aktive Arbeitskreis unter der Leitung von Gernot Fritz hatte eine eindruckvolle Feier vorbereitet. Im Foyer der Verbandsgemeindeverwaltung trafen sich alle Beteiligten zu einer Einführung: "Dies ist eine Aktion von Bürgern für Bürger" so Herr Fritz in seinen einleitenden Worten. Gunter Demnig ging in seinen Ausführungen auf seine Beweggründe und den Verlauf seiner beeindruckenden Erinnerungsaktion ein: 927 Orte im Bundesgebiet gedenken der Opfer des Nationalsozialismus durch die Messingsteine mit ihren erschreckenden Inschriften, über 40.000 Steine hat der Künstler bisher von Norwegen bis Rumanien und Bulgarien verlegt. Rabbiner Ostrovsky aus Frankfurt schlug bei seinen Worten einen großen Bogen von der Shoah bis zur heutigen Nahostkrise. Bürgermeister Klingels lobte in seinen Worten die Erinnerungsaktion, bevor die Steine an sieben Orten verlegt wurden. Eine Projektgruppe unter der Leitung von Frau Riemann der Paul-Schneider Realschule Plus Sohren-Büchenbeuren hatte das Schicksal des Rhaunener Katholiken Julius Lenhard recherchiert und die Patenschaft für einen Stolperstein übernommen. Die von Schülern vorgelesenen Texte gingen den Zuhörern unter die Haut, erinnerten sie doch an einen  Menschen, der im verbalen Widerstand gegen das Naziregime vor Ort war und deshalb kurz vor Kriegsende unter mysteriösen Umständen erschossen wurde. 

Eine Videogruppe des neuen Studien- und Begegnungszentrums in Laufersweiler begleitete die Aktion und führte zahlreiche Interviews, die auf der Website des Vereins und der Besucherpräsentation in der ehemaligen Synagoge zu sehen sein werden.