„Ausgezeichnet!“ – Obermayer-Award für Christof Pies und den Förderkreis Synagoge Laufersweiler

 
Am 25. Januar 2022 wurden im Berliner Abgeordnetenhaus die Obermayer-Awards vergeben. Die Preisverleihung findet jährlich im Rahmen der Veranstaltungen um den Internationalen Holocaust-Gedenktag statt. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr auch Christof Pies und der Förderkreis Synagoge Laufersweiler!
 
 
 
Zeichen für Toleranz, Verständnis und Respekt
Mit dem Award würdigt die US-amerikanische Obermayer-Stiftung deutsche Bürger*innen und Organisationen, die sich für die Erinnerung, Bewahrung und Erforschung jüdischer Lokalgeschichte einsetzen. Ausgezeichnet werden darüber hinaus Menschen, die sich ausgehend von diesen Lehren aus der Geschichte der Bekämpfung von Vorurteilen und Rassismus (einschließlich Antisemitismus) widmen. Mit der Verleihung der Obermayer Awards soll ein Zeichen gesetzt werden für Toleranz, Verständnis und Respekt.
Die Obermayer Awards wurden im Jahr 2000 von Dr. Arthur S. Obermayer (1931-2016), einem vielfältig engagierten amerikanischen Unternehmer und Philanthropen, und seiner Frau Dr. Judith H. Obermayer ins Leben gerufen. Die Verwaltung erfolgt durch Widen the Circle. Joel Obermayer, Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation, unterstreicht das Bestreben, gerade die jüngeren Generationen für die Erinnerungsarbeit zu gewinnen und sie zu stärken: „Wir freuen uns besonders, dass unter den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern so viele sind, die mit jungen Menschen arbeiten. Denn wir brauchen das Engagement einer neuen Generation, um eine bessere Zukunft zu schaffen.“
 
 
Filmporträt
Aufgrund der noch immer anhaltenden Pandemie fand die Preisverleihung leider nur als Online-Veranstaltung statt. Um die Preisträger trotzdem angemessen vorzustellen, entstanden kurze Filmporträts, die einen Einblick in ihre und unsere Arbeit geben.
 

Die gesamte Übertragung aus dem Abgeordneten-Haus kann nach wie vor digital abgerufen werden.
 
Mehr über Christof Pies‘ Engagement, seine Motivation und die Gründung des Förderkreises verrät die eindrückliche Beschreibung der Journalistin Toby Axelrod.
 
 
Zu Gast in der Landesschau
Auch die Landesschau nahm die Preisverleihung zum Anlass, um über unsere Initiative zu berichten. Zu Gast auf „dem roten Sofa“ blickte Christof Pies zurück auf über 30 Jahre Gedenkarbeit und dankte den „ganz normalen Menschen“, die sich seit Gründung des Förderkreises für die Erinnerung an das deutsch-jüdische Leben ehrenamtlich einsetzten.
 

Weitere Preisträger
Mit einem Obermayer-Award geehrt wurde zudem der pensionierte Lehrer Josef Wißkirchen aus Pulheim (Nordrhein-Westfalen). Er dokumentierte die Geschichte der früheren jüdischen Einwohnerinnen und Einwohner in rheinischen Städten wie Stommeln und Rommerskirchen. Außerdem unter den Preisträgern ist der Erinnerungsort »Badehaus« in Wolfratshausen (Bayern). Er informiert über die Geschichte eines Lagers für Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, in dem später auch jüdische Holocaust-Überlebende untergebracht waren. Ausgezeichnet wurden weiter Bubales und Shlomit Tripp (Berlin). Mit einem mobilen Puppentheater machen sie auch in arabischer und türkischer Sprache bundesweit jüdische Kultur, Traditionen und Feiertage bekannt, um Klischees und Vorurteilen entgegenzuwirken. Der Verein Treibhaus in Döbeln (Sachsen) wurde für sein Engagement gegen die rechtsradikale Szene in der Stadt und für seine Projekte zur Erforschung der jüdischen Lokalgeschichte ausgezeichnet. Die Geschichtswerkstatt "zeitlupe" in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) wurde für ihre Aufklärungsarbeit etwa über ein Außenlager des Konzentrationslagers Ravensbrück gewürdigt.