Vorträge

 

Vorträge in Deutsch und Englisch über das Landjudentum können angefragt werden

Am 15.1. und 19.2.2014 hielt der Vorsitzende Christof Pies jeweils in Dichtelbach im voll besetzten evangelischen Gemeindehaus zwei Vorträge mit dem Thema: "Das Landjudentum im Hunsrück unter besonderer Berücksichtigung der Rheinböllener Familie Grünewald".

Männer- und Frauengruppen hatten den Wunsch geäußert, dieses Thema zu vertiefen, vor allem da einige Familien immer noch mit den Nachkommen der Familie Simon und Ida Grünewald in Kontakt sind. Der Förderkreis besitzt mittlerweile die Briefe der Eltern Grünewald an ihre ins Ausland geflohenen Söhne Herbert, Ernst (Südafrika, Israel) und Leo (Uruguay). Die Briefe zeigen auf bedrückende Weise, wie die Eltern alles in ihrer Macht Stehende taten, um ihren Söhnen ein menschenwürdiges Leben außerhalb Deutschlands zu ermöglichen. Am Beispiel dieser Familie lässt sich auch demonstrieren, wie selbst Familien, die ihre Kinder ins Ausland schickten, von den Finanzverwaltungen ausgeraubt wurden und die Verkaufserlöse für Hab und Gut dem Staat anheimfielen. Die bis heute oft geäußerte Behauptung, jüdische Familien hätten ja noch ihr Haus verkaufen und davon ihre Flucht finanzieren können, stimmt in fast allen Fällen mit der Wahrheit nicht überein.

Die Eltern Grünewald selbst wurden ermordet, Nachkommen leben heute in Südamerika, Südafrika und Australien.

Herr Michels aus Rheinböllen fand in seinem umfangreichen Privatarchiv den Reisepass von Simon Grünewald, den er nun dem Studien- und Begegnungszentrum in Laufersweiler zur Verfügung stellt. Dort sind Simon Grünewalds Reisen nach Frankreich anhand der Visa- und Geldumtauschvermerke nachzuvollziehen, die er unternahm, um die Söhne über Marseille nach Südafrika oder Südamerika fliehen zu lassen. Herr Michels zitiert Zeitzeugen, die Simon Grünewald erlebten, nachdem er auch seinen dritten Sohn verabschiedet hatte: 

"Er kam mit einem Pferdewagen in die Nähe von Rheinböllen. Er saß im Straßengraben und schlurzte: Jetzt habe ich auch meinen letzten Sohn verloren".